Geschichte

Die Entstehung unseres Spielmannszuges verdanken wir acht musikbegeisterten jungen Männern, die 1933 beschlossen einen Spielmannszug zu gründen.

Foto der Vereinsväter
Es waren dies von links: Herr Krause aus Haltern, Heinrich König, Theodor Leve, August Stüer, Heinrich Krusel, Heinrich Schumacher, Hubert Vierhaus, Heinrich Plogmaker und Heinrich Niehues.

Die Idee hatte Herr Heinrich Niehues sen., der während seiner Wehrpflicht in einem Spielmannszug aktiv war. Der Beginn des Vereinslebens war zur damaligen Zeit mit gewissen Schwierigkeiten verbunden. Die jungen Musiker mussten mit geringen finanziellen Mitteln Instrumente und Uniformen anschaffen. Hierbei wurden sie von Herrn Heinrich Korste unterstützt.
Die Aufgabe des Übungsleiters und Tambourmajors übernahm Herr Krause aus Haltern, bei dem auch die ersten Übungsstunden stattfanden. Um hieran teilnehmen zu können, fuhren die jungen Spielleute mit dem Fahrrad über Sand- und Schotterwege bis nach Haltern.

1933 – 1956

Gruppenfoto des Spielmannszugs beim Schützenfest 1951
Gruppenfoto des Spielmannszugs beim Schützenfest 1951

Aufgrund des intensiven persönlichen Einsatzes jedes Spielmannes wurden schnell einige Musikstücke eingeübt. Der erste öffentliche Auftritt konnte bereits im Gründungsjahr stattfinden.
In der Folgezeit wirkte nun der Spielmannszug bei festlichen Anlässen, Ehrungen und Gedenken mit und erwarb sich allseitige Anerkennung in der Bevölkerung.
Ab dem Jahre 1937 entstanden durch die Einberufungen zur damaligen Wehrmacht die ersten Lücken im Verein. Durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges im Jahre 1939 kam das Vereinsleben vorübergehend zum erliegen.
Nach zwölfjähriger Unterbrechung, als der Krieg und seine Nachfolgewirkungen überwunden waren und als es nach der Währungsreform und anfänglichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten allen Menschen wieder besser ging, konnte das Vereinsleben des Spielmannszuges wieder aufgenommen werden.

Anläßlich einer vorbereitenden Versammlung der Hullerner Schützen für das Schützenfest 1951, wurde der Neubeginn durch Herrn Heinrich Krusel angeregt, der zu den Gründern im Jahre 1933 zählte.
Spontan meldeten sich wiederum elf junge Leute, um von vorn anzufangen. Dies waren: August Stüer, Hubert Stüer, Heinz Sebbel, Wilhelm Sebbel, Theodor Leve, Franz Bäther, Heinrich Krusel, Heinrich Depel, Heinrich Plogmaker, Bernhard Masling und Paul Kuhlmann.Nach nur viermonatiger intensiver Arbeit, wurde das Schützenfest 1951 zum ersten öffentlichen Auftritt nach dem Krieg.
Bis zum Jahre 1956 nahm Herr Heinrich Krusel die Aufgaben als Übungsleiter und Tambourmajor wahr. Er bekam dann Unterstützung durch Herrn Josef Kauling, der dem Verein neue Impulse gab. Bald konnte an Freundschaftstreffen, Wettstreiten und anderen Musikveranstaltungen teilgenommen werden.

1969 – 1980

In den folgenden Jahren nahm durch die rege und interessante Vereinstätigkeit die Zahl der Spielleute ständig zu. Neuanschaffungen an Instrumenten und Uniformen wurden erforderlich. Zum Schützenfest 1969 präsentierte sich der Spielmannszug in neuer Uniform.
Seit 1968 nimmt der Spielmannszug alljährlich am rheinischen Karnevalsumzug in Stommeln bei Köln teil. Auf diese Weise hat sich eine enge Freundschaft zur Karnevalsgesellschaft „Stommeler Buure“ ergeben. Hieraus entstand auch die Idee ein eigenes Karnevalsfest in Hullern durchzuführen. In den Jahren 1968 bis 1987 wurden unter großer Teilnahme der Hullerner Bevölkerung Karnevalsfeste mit Tombola veranstaltet.

Der erste Schützenkönig des Spielmannszugs Franz Bäther im Jahr 1972
Der erste Schützenkönig des Spielmannszugs Franz Bäther im Jahr 1972


Bereits seit den Anfängen, Mitte der 70er Jahre, beteiligt sich der Spielmannszug am Kinderkarnevalsumzug der KFD Hullern.
Anfang der 70er Jahre gründete sich in Hullern auch ein Fanfarenzug, der sich in den Jahren 1971 bis 1976 dem Spielmannszug anschloss. Beim Schützenfest 1972 in Hullern gelang es erstmals einem Spielmann die Königswürde zu erringen. Erfolgreicher Schütze war der damalige 1. Vorsitzende Franz Bäther.
Im Jahr 1972 gab es auch Anlaß zur Trauer. Es verstarben der langjährige Tambourmajor Heinrich Krusel und der Übungsleiter Josef Kauling.
In Hinblick auf das bevorstehende Vereinsjubiläum wurde nach einem Vereinsnamen gesucht. Auf der Mitgliederversammlung am 6.8.1972 wurde beschlossen, den Namen „Westfalenklang Hullern“ zu führen.

Gruppenfoto des Spielmannszugs im Jahr 1972
Gruppenfoto des Spielmannszugs im Jahr 1972

Das Jahr 1973 stand ganz im Zeichen des 40-jährigen Vereinsjubiläums. Dank großzügiger Spenden der Hullerner Bevölkerung konnte zu diesem Fest eine Standarte angeschafft werden. Diese wurde während eines Festgottesdienstes feierlich eingeweiht. Aus Anlass des Jubiläums wurde ein Freundschaftstreffen veranstaltet, an dem 22 auswärtige Musikzüge teilnahmen. Der Umzug durch Hullern und die anschließenden Musikdarbietungen der Vereine waren ein großes Ereignis.
Im Jahr 1973 entstanden erste Kontakte zur Bürgerschützengilde Essel bei Recklinghausen. Im Jahr 1974 spielte der Verein erstmals beim dortigen Schützenfest. Seither verbindet beide Vereine eine enge Freundschaft. Bis heute spielt der Spielmannszug regelmäßig bei Ausmärschen und Schützenfesten der Esseler Schützen. Selbst zum Königsball und zu Geburtstagen der Schützenkönige werden die Spielleute eingeladen.

Der Spielmannszug beim Karneval in Olfen 1975
Der Spielmannszug beim Karneval in Olfen 1975

Durch die vermehrte Teilnahme an Schützenfesten und anderen öffentlichen Auftritten wurde in Anlehnung an den Zeitgeist der 70er Jahre neben der klassischen Marschmusik nun auch moderne zeitgenössische Musik eingeübt.
Um das interne Vereinsleben und die Kameradschaft zu fördern, unternahm der Spielmannszug im Jahre 1975 erstmals Wochenendfahrt. Diese führten zur Nordsee nach Bensersiel. In den 80er und 90er Jahren folgten Wochenendfahrten nach Remscheid-Lennep, Hallenberg im Sauerland und Bielefeld-Ubedissen.
Zum 110-jährigen Bestehen der Feuerwehr in St. Veit an der Glan wurde der Spielmannszug zusammen mit der Hullerner Feuerwehr 1979 für 3 Tage nach Kärnten eingeladen. Die ersten Kontakte zwischen den Partnerstädten Haltern und St. Veit wurden während des Aufenthaltes einiger Feuerwehrleute aus St. Veit in Hullern geknüpft. Die Teilnahme an diesem Fest und der Aufenthalt in Österreich waren sicherlich ein außergewöhnlicher Höhepunkt in der Vereinsgeschichte.

1980 – 2003

Gruppenfoto des Spielmannszugs im Jahr 1983
Gruppenfoto des Spielmannszugs im Jahr 1983

Zum 50-jährigen Jubiläum des Vereins im Jahre 1983 wurde ein Wettstreit für die Spielmanns- und Fanfarenzüge ausgetragen. Die musikalischen Darbietungen der Vereine aus ganz Westfalen auf der Bühne im Festzelt und der Umzug durch das Dorf war für alle Musikfreunde ein Genuss. Zur Erinnerung an dieses große Ereignis wurde vom Verein eine Festschrift veröffentlicht. Mit Unterstützung der Schützengesellschaft Hullern, die tags zuvor ihre Schützenfestnachfeier veranstaltete, wurde auch dieses Fest ein großer Erfolg.
Im Laufe der 80er Jahre wuchs die Zahl der Mitglieder so weit an, dass auch die Besetzung des Spielmannszuges variabler wurde. Zu den Sopranflöten kamen nun auch Alt-, Tenor- und Diskantflöten hinzu. Hierdurch veränderten sich auch Art und Auswahl der neuen Musikstücke, so dass auch anspruchsvolle Konzertstücke eingeübt werden konnten. Die Erfolge zeigten sich bei der Teilnahme an mehreren Wettstreiten, bei denen der Verein jeweils gute Platzierungen erzielte.

Gruppenfoto des Spielmannszugs im Jahr 1988
Gruppenfoto des Spielmannszugs im Jahr 1988

Im Jahre 1988 wurde zum 55-jährigen Bestehen des Vereins eine neue Uniform angeschafft. Das Vereinsjubiläum fand unter großer Beteiligung im Vereinslokal „Altes Gasthaus Kuhlmann“ statt. Für den musikalischen Frühschoppen wurden erstmals Wimpelketten in Vereinsfarben erstellt, mit denen die Hauptstraße festlich geschmückt wurde.
Zur musikalischen Weiterbildung nahmen 1990 erstmals Spielleute an den D-Lehrgängen des Volksmusikerbundes teil.
Seit 1992 spielt der Spielmannszug Westfalenklang regelmäßig alle 2 Jahre beim Nachbarschaftsfest HoTaLü (Holtwick-Tannenberg-Lünzum) bei Haltern.

Gruppenfoto des Spielmannszugs im Jahr 1993
Gruppenfoto des Spielmannszugs im Jahr 1993

Zum 60-jährigen Vereinsjubiläum auf dem Hof Pötter konnten 1993 zahlreiche Gäste und Abordnungen der befreundeten Vereine begrüßt werden. Fünf Musikzüge aus den Nachbargemeinden begeisterten das Publikum mit ihren Darbietungen. Eine „westfälische“ Verlosung, Gulaschkanone, Kutschfahrten und Kinderbelustigung trugen ebenso wie Kaffee und Kuchen dazu bei, dass auch dieses Fest ein voller Erfolg wurde.

Der Spielmannszug beim Hullerner Schützenfest 1999
Der Spielmannszug beim Hullerner Schützenfest 1999


Im Jahre 1994 verstarb der langjährige Vorsitzende und spätere Ehrenvorsitzende Franz Bäther.
Seit 1995 spielt der Spielmannszug in der Bauernschaft Daldrup bei Dülmen alle 2 Jahre zum Schützenfest.
Zum 100-jährigen Kirchweihfest der St. Andreas Kirche in Hullern fand 1997 ein Heimatabend statt. Beim Bühnenauftritt des Spielmannszuges im Festzelt wurden Musikstücke aus den Gründerjahren und aus der aktuellen Zeit gespielt. Eigens zu diesem Anlass wurden zur Musik der Spielleute von dessen Ehefrauen und Freundinnen ein volkstümlicher Tanz vorgeführt.
Auf Einladung der Schützengilde Essel nahm der Spielmannszug 1998 an einem sauerländischen Schützenfest in Medebach teil. Die Fahrt ins Hochsauerland sowie die Feierlichkeiten beim Umzug und in der Schützenhalle war für alle Beteiligten eine besonders schöne Erfahrung.
Das 65–jährige Vereinsjubiläum wurde 1998 im Rahmen eines Sommerfestes wiederum auf dem Hof Pötter gefeiert. Hierzu wurde erstmals eine überdimensional große Spielmannsfigur aus Strohballen aufgestellt, die schon im Vorfeld ein großes Fest ankündigte. Am Festtag erfreuten sich die Besucher an einer großen Tombola, einer Kinderbelustigung und Fahrten mit einer Bimmel-Bahn. Für die musikalische Begleitung sorgte das Blasorchester Hullern.

Gruppenfoto des Spielmannszugs im Jahr 1999
Gruppenfoto des Spielmannszugs im Jahr 1999

Im Jahre 2000 wurden erstmals in der Geschichte des Spielmannszuges mit Kerstin Pötter und Michelle Schulte Mädchen in den Verein aufgenommen. Aus Anlass des 180-jährigen Bestehens des Musikvereins 1821 Neuerburg unternahm der Spielmannszug im Jahr 2001 eine dreitägige Vereinsfahrt in die Eifel. Nach der Ankunft wurde zur Einstimmung ein zünftiger Grillabend organisiert. Am nächsten Tag wurde dann die historische Burg besichtigt. Gemeinsam mit dem Heimat- und Schützenverein Hullern nahm der Spielmannszug an den Jubiläumsfeierlichkeiten teil. Als Höhepunkt wurde am Samstagabend gemeinsam mit dem Musikverein Neuerburg der „Große Zapfenstreich“ aufgeführt. Anschließend wurde in der Festhalle der große Jubiläumsball gefeiert. Am Sonntag klangen die Feierlichkeiten mit einem musikalischen Frühschoppen aus.

2003 – heute

Das 70-jährige Jubiläum des Spielmannszuges wurde 2003 im Rahmen der Schützenfestnachfeier im Schützenzelt gefeiert. Nach dem Sternmarsch der befreundeten Gastvereine spielten diese, zur Freude der Gäste, ihre neuesten Musikstücke. Jeder Verein erhielt anschließend für den Heimweg ein Fass Bier. Am Abend fand ein großer Jubiläumsball mit Ehrung verdienter Mitglieder im vollen Festzelt statt.
Im Jahr 2003 wurde das erste Probenwochenende organisiert. Die Spielleute fuhren dazu nach Diepenau-Essern in Ostwestfalen. Diesem Wochenende folgten weitere im Jahr 2005 in Lehmbruch am Dümmer See und 2007 in Westerkappeln-Seeste. Bei jedem Probenwochenende wurden neue Musikstücke eingeübt.
Im Jahre 2007 verstarb unser Ehrenmitglied Karl-Heinz Brathe. Sein 150-jähriges Bestehen feierte der Heimat und Schützenverein Hullern im Jahr 2007, Der Spielmannszug begleitete die Hullerner Schützen beim Sternmarsch durch das festlich geschmückte Dorf. Nach dem Kaiserschießen aller Halterner Schützenvereine wurde für das neue Kaiserpaar gemeinsam mit dem Musikverein Neuerburg und dem Blasorchester Hullern der „Große Zapfenstreich“ gespielt.

Gruppenfoto des Spielmannszugs im Jahr 2008
Gruppenfoto des Spielmannszugs im Jahr 2008

Im Jubiläumsjahr 2008 spielte der Spielmannszug bei fast allen befreundeten Schützen- und Karnevalsvereinen. Beim Ehrenabend wurden u.a. alle ehemaligen Mitglieder ins Vereinslokal eingeladen. Einige der Ehemaligen hatten dazu einen Marsch (wieder-)einstudiert, welcher den übrigen Gästen unter großem Applaus vorgetragen wurde. Danach konnten auch die aktuellen Nachwuchsspieler zeigen, was sie in der Ausbildung gelernt haben. Auch hier wurde von den Zuhörern eine Zugabe verlangt. Damit war aber die Festivität noch nicht zu Ende, denn es wurde bis spät in die Nacht gefeiert und alte Erinnerungen ausgetauscht. Der nächste Tag wurde dann auf dem Hof Getränke Pötter unter einem aufgespanntem Fallschirm gefeiert. Hierzu wurden die befreundeten Musikvereine eingeladen, die mit einem Sternmarsch zur Bühne aufmarschierten und anschließend vor zahlreichen Zuhörern zum Ständchen spielten.

Der Spielmannszug beim Hullerner Schützenfest 2008
Der Spielmannszug beim Hullerner Schützenfest 2008

Im Jahre 2011 gelang es unserem Tambourmajor Wilhelm Pötter, als 2. Spielmann beim Hullerner Schützenfest den Königsschuss abzugeben.

Aktuell gehören dem Verein 42 aktive~, 7 fördernde~, sowie das Ehrenmitglied August Stüer an.